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Vollständige Liste der Ansprechpartner der DLRG Ortsgruppe Konstanz e.V. findest du hier .
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Rund 35.000 Besucherinnen und Besucher, ein sommerlicher Abend am Bodensee, Shows auf und über dem Wasser und schließlich das große Feuerwerk über der Konstanzer Bucht: Das Seenachtfest gehört zu den größten Veranstaltungen des Jahres in Konstanz.
Was die meisten Besucher dabei kaum wahrnehmen: Während am Ufer gefeiert wird, läuft auf dem Wasser ein umfangreicher Sicherheitseinsatz.
Die DLRG Konstanz war beim Seenachtfest 2026 mit 22 Einsatzkräften, vier Motorrettungsbooten und zwei Tauchtrupps im Einsatz. Vom Nachmittag bis weit nach Mitternacht sicherten die ehrenamtlichen Einsatzkräfte gemeinsam mit Wasserschutzpolizei, Feuerwehr und weiteren Organisationen die Veranstaltung auf dem Wasser ab.
Lange bevor der Himmel über Konstanz leuchtet
Für die DLRG begann der Einsatz bereits am Nachmittag. Die Boote liefen aus, die beiden Tauchtrupps wurden aufgenommen und die ersten Positionen im Einsatzgebiet besetzt. Bereits gegen 17 Uhr sicherte eines der Motorrettungsboote gemeinsam mit der Wasserschutzpolizei die Wasserskishow ab und sperrte den Bereich ab. Anschließend folgten Kontrollfahrten entlang der Uferbereiche.
Dabei geht es vor allem darum, mögliche Gefahren zu erkennen, bevor daraus ein Notfall entsteht.
Als am frühen Abend beispielsweise vor dem Stadtgarten vermehrt Menschen im Wasser festgestellt wurden, verlegte eines der Rettungsboote unmittelbar dorthin. Die Situation wurde zusätzlich aus der Luft beobachtet und bewertet.
Zwei Patienten gleichzeitig an Bord
Gegen 19:30 Uhr wurde aus der Absicherung ein konkreter Hilfeleistungseinsatz. Gemeldet wurde eine Person mit Kreislaufproblemen auf einem Boot.
Eine DLRG-Besatzung übernahm zunächst die notfallmedizinische Erstversorgung einer Patientin mit Hitzeerschöpfung. Noch während diese Versorgung lief, übergab die Wasserschutzpolizei der Besatzung einen zweiten Patienten mit einer Kopfplatzwunde. Damit mussten an Bord plötzlich zwei Patienten gleichzeitig versorgt werden.
Beide wurden notfallmedizinisch erstversorgt und stabilisiert. Nachdem ihre Transportfähigkeit hergestellt war, brachte das Rettungsboot sie auf dem Wasserweg zum Jakobssteg, wo die Übergabe an den Rettungsdienst erfolgte.
Danach hieß es für die Bootsbesatzung: zurück in die Bereitschaft.
Wenn plötzlich ein Sicherungsboot fehlt
Wie wichtig flexible Einsatzkräfte bei einer Großveranstaltung sind, zeigte sich später am Abend.
Kurz vor dem Start der Flugdrachenshow meldete sich der Veranstalter bei der Einsatzleitung: Eines der für die Show vorgesehenen Sicherungsboote war kurzfristig ausgefallen. Gefragt war eine schnelle Lösung.
Für die DLRG war klar: Wir springen ein.
Ein Motorrettungsboot wurde aus der laufenden Absicherung herausgelöst und übernahm kurzfristig die zusätzliche Aufgabe. Personal der Drachenshow kam an Bord und für rund 30 Minuten wurde das Boot direkt für die Absicherung der Show eingesetzt. Im Einsatztagebuch findet sich davon nur eine kurze Meldung: Das DLRG-Boot hatte seine Position vor der Glärnischstraße eingenommen und Personal der Drachenshow an Bord genommen.
Hinter diesem kurzen Eintrag steckt etwas, das für solche Großveranstaltungen entscheidend ist: Wenn etwas Unvorhergesehenes passiert, müssen die beteiligten Organisationen schnell, flexibel und unkompliziert reagieren können.
Gemeinsam auf dem Wasser
Überhaupt war die Zusammenarbeit zwischen DLRG, Feuerwehr und Wasserschutzpolizei an diesem Abend von kurzen Wegen, gegenseitiger Unterstützung und einem professionellen Miteinander auf Augenhöhe geprägt. Hier mal schnell ein paar präventive Einsätze wegen unbeleuchteter SUPs oder Boote bei Dunkelheit auf dem Wasser, um erst gar keine Gefahr aufkommen zu lassen ... Dort mal schnell das Räumen, Freihalten und Überwachen der Wasser-Sperrfläche, welche von den startenden und landenden Drohnen überflogen wird ... oder im Auftrag der Wasserschutzpolizei mal schnell ein Boot auf einen freien Liegeplatz schleppen ...
Gerade auf dem Wasser ist das entscheidend. Einsatzgebiete überschneiden sich, Situationen entwickeln sich schnell und nicht jede Aufgabe lässt sich im Voraus planen. Wer gerade am besten helfen kann, hilft.
Das zeigte sich besonders nach Mitternacht.
Ein Boot war im Flachwasser zwischen Frauenpfahl und Büdinger Treppe festgefahren. Bei einer Wassertiefe von teilweise weniger als einem Meter wurde die Lage zunächst mit einer Drohne erkundet und das havarierte Boot lokalisiert. Die Feuerwehr näherte sich mit ihrem Mehrzweckboot, während ein DLRG-Boot zur Unterstützung hinzukam.
Die Personen des Havaristen wurden schließlich auf das DLRG-Boot übernommen und eine lange Leinenverbindung für den Schleppvorgang hergestellt. Aufgrund der geringen Wassertiefe war dabei besondere Vorsicht erforderlich.
Kurz vor 1 Uhr schließlich die erlösende Meldung: Der Havarist war wieder frei - durch Übernahme aller Personen vom havarierten Boot auf das DLRG Boot konnte das havarierte Boot entscheidene wenige Zentimeter an zusätzlichem Tiefgang wiedergewinnen ...
Ein gutes Beispiel dafür, wie selbstverständlich Feuerwehr, Wasserschutzpolizei und DLRG an diesem Abend zusammenarbeiteten: pragmatisch, professionell und auf Augenhöhe.
Nach dem Feuerwerk beginnt der zweite Teil der Nacht
Mit dem Ende des Feuerwerks war der Einsatz keineswegs vorbei.
Während sich die Uferbereiche langsam leerten, mussten auch zahlreiche Boote auf dem See ihren Heimweg antreten. Erfreulich war dabei, dass sich die Bootsführer insgesamt sehr diszipliniert verhielten. Auch das Einsatztagebuch beschreibt die abfahrende Vergnügungsschifffahrt als weitgehend „gesittet und ruhig“.
Trotzdem gab es für die Einsatzkräfte weiter einiges zu tun.
Vor dem Strandbad Horn war ein Segelboot aufgelaufen. Das Boot konnte zunächst freigeschleppt werden, aufgrund mangelnder Beleuchtung war eine sichere Weiterfahrt jedoch nicht mehr möglich. Gemeinsam mit der Wasserschutzpolizei wurde die weitere Unterstützung organisiert.
Fast gleichzeitig folgte bereits der nächste Auftrag. Kurz nach Mitternacht wurde ein weiteres festgefahrenes Boot im Flachwasser gemeldet – jener Einsatz, bei dem Feuerwehr, Drohne und DLRG gemeinsam tätig wurden.
Und selbst danach war noch nicht Schluss.
Kurz vor ein Uhr wurde ein weiteres festgefahrenes Segelboot zwischen Frauenpfahl und Yachtclub gemeldet. Als die Einsatzkräfte die Situation abklärten, war auch dieses Boot bereits freigeschleppt worden und wurde zurück in Richtung Tiefwasser gebracht.
Bis der See wieder ruhig ist
Nach und nach wurde es schließlich stiller auf dem Bodensee.
Gegen 1:08 Uhr befanden sich nur noch neun Boote im überwachten Bojenfeld. Die Uferpromenade leerte sich zunehmend, während die DLRG-Boote weiterhin ihre Positionen hielten und die Wasserflächen kontrollierten.
Kurz vor zwei Uhr folgte noch einmal eine Kontrolle des Hafenbeckens. Auch dort nahm das Besucheraufkommen schließlich ab. Gegen 2:18 Uhr war die Hafenumgebung leer und das eingesetzte Boot konnte zum Bereitstellungsraum zurückkehren.
Die Tauchtrupps wurden zurückgebracht, die Boote machten sich nach und nach auf den Heimweg und gegen 2:30 Uhr wurde schließlich die Koordinierungsstelle aufgelöst.
Hinter den Einsatzkräften lagen zu diesem Zeitpunkt rund elf Stunden Einsatz auf und am Wasser.
Ein ruhiges Fest ist ein gutes Fest
Auch wenn medizinische Hilfeleistungen, zusätzliche Absicherungsaufgaben und mehrere Havaristen die Einsatzkräfte beschäftigten, blieb die Gesamtlage beim Seenachtfest aus Sicht der DLRG ruhig.
Und vielleicht ist genau das die wichtigste Bilanz des Abends.
Denn bei einer Veranstaltung dieser Größenordnung besteht erfolgreiche Wasserrettung nicht darin, möglichst viele spektakuläre Einsätze zu haben. Sie besteht darin, vorbereitet zu sein, aufmerksam zu bleiben, Gefahren frühzeitig zu erkennen – und zur Stelle zu sein, wenn Hilfe tatsächlich gebraucht wird.
Dass dies beim Seenachtfest 2026 funktioniert hat, lag nicht zuletzt an der sehr guten Zusammenarbeit von DLRG, Feuerwehr und Wasserschutzpolizei auf dem Wasser. Kurze Wege, gegenseitige Unterstützung und Zusammenarbeit auf Augenhöhe machten es möglich, auch auf ungeplante Situationen schnell zu reagieren.
Ein ausdrücklicher Dank gilt auch den vielen Bootsführerinnen und Bootsführern auf dem See. Trotz des hohen Verkehrsaufkommens rund um das Seenachtfest verhielt sich die große Mehrheit umsichtig und diszipliniert und trug damit selbst zu einem sicheren Verlauf des Abends bei.
Für die 22 Einsatzkräfte der DLRG Konstanz endete damit eine lange, aber erfolgreiche Seenachtfest-Nacht.
Vier Motorrettungsboote. Zwei Tauchtrupps. Rund elf Stunden Einsatz. Medizinische Hilfeleistungen, Veranstaltungsabsicherung und mehrere Havaristen – und viele kleine Aufgaben im Hintergrund, die dazu beitrugen, dass für rund 35.000 Menschen am Ende vor allem eines in Erinnerung bleiben konnte: ein schöner Sommerabend am Bodensee.
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